Frau ' s Porträt
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From Hegel, Kafka, Picasso, Freud and Heidegger to the

 GEORGE GROW EFFECT

Angel of the World / The greatest common denominator / The World Formula / The meaning of life / The history of man and humankind in three phases / Plan@ Earth / The Books of Life / and much more.
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ESPAÑOL

DER GEORGE GROW EFFEKT

Die Ausstellung behandelt mit den Themen Identität und Evolution, auch die Konstruktion und Formen ihrer Transformation, zentrale Fragestellungen der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft. Neue Technologien wie das Internet, Genmanipulation und Klonen und neue soziologische Faktoren wie Globalisierung, Digitalisierung und Überwachungs- und Kontrolltechnik geben vermehrt Anlass dazu, über die Begriffe Identität und Entwicklung im Sinn von Subjektgenerierung und Kultur nachzudenken.

Ausgehend von George Grows Werk, das gekennzeichnet ist von einer konsequenten und kritisch bis provokativen Hinterfragung der Konstruktion von Identitäten und Prozesse der Evolution, wird der rote Faden dieser Ausstellung und ihrer Dekonstruktion nicht entlang der Phänomene und Erscheinungen geführt, sondern entlang ihrer Hintergründigkeit, die einmal als Annäherung an das Wirklichkeitsganze und das andere Mal in Form tiefenpsychologischer, existenzialistischer oder kurz: postmystischer Gegenstände und Erkenntnisse greifbar wird.

George Grows Postmystik tritt im Gegensatz zur mittelalterlichen, buddhistischen oder religiösen Mystik als Konkretes hervor, indem ihre Gegenstände in der alltäglichen Wirklichkeit verortet werden: Die Entdeckung der mystischen Geheimnisse erfolgt in ihrer Vermittlung nicht durch mystische Erfahrung, sondern durch rationale und formale Aufdeckung. Der George Grow Effekt ist ein Aha-Effekt infolge einer Reihe von Aha-Erlebnissen. Das schlagartige Erkennen eines zuvor unbekannten Sinnzusammenhanges, der sich nach vermeintlich vollendetem Erkenntnisprozess einstellt, das Fallen des sprichwörtlichen Groschen ist ein Erleben, in dessen Mitte das Subjekt, das betrachtende, erlebende und erkennende Ich steht, für das angesichts der in der Ausstellung dargebotenen Gegenstände eine neue, weitreichende Identität und Sichtweise fassbar wird.

Die Thematisierung von Identität, Evolution und Entwicklung beginnt in den Anfängen postmoderner Mystik. Vorwiegend die Dichter Franz Kafka und Rainer Maria Rilke, die Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx und Martin Heidegger, die Maler Pablo Picasso, Wassily Kandinsky, Vincent van Gogh und Franz Mark wie der Architekt Antoni Gaudí stehen in der Ausstellung für die Anfänge der Postmystik, indem sie das vormals unaussprechliche Geheimnis auf ihre Weise konkretisierten bzw. zugänglich machten. Die weiteren Räume widmen sich dem Grow-Effekt, in dem das Wirklichkeitsganze hinter der gegenständlichen Perspektive mit ganzheitlichen Anreizen, Versuchen und Erkenntnissen in den Vordergrund tritt.­

Die Ausstellung Postmystik Der George Grow Effekt, Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft thematisiert in erster Linie die Perspektive, die George Grow nachfolgenden Generationen durch seine Demaskierungsstrategie eröffnete. In den Spielen, in denen er Bilder von Wahrheit, Gesellschaft und Klischees durcheinander wirft, schuf er Freiräume, in denen nicht die ganze oder absolute Gesamtheit von Realität und Vernunft, aber zumindest Aspekte als postmystische Objekte auftauchen, die nachfolgende Positionen nutzen, um die Hinterfragung von Identität, Evolution und Zukunft in künstlerischer, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht voranzutreiben. Kann die Kluft zwischen Individuum und Entwicklung maßgebend geschlossen werden, wäre ein Zeitalter der Hypo- oder Hyperklassik als Synthese aus Tradition und Moderne denkbar.